The Rolling Stones
Wann hätte ein ewiger Rebell es schon je geschafft, öffentlich zu einem Ehrenmann erklärt zu werden? Kein Problem für Mick Jagger, dem Schrecken jedes Bürgers, dem Sexsymbol aller Live-Bühnen und nicht zuletzt dem Sänger der erfolgreichsten Rockband aller Zeiten, den Rolling Stones. Denn seit letztem Jahr lautet die korrekte Anrede für das Rock’n’Roll-Animal No.1: Sir Mick Jagger.
Als der blutjunge Gitarrist Keith Richard Anfang der Sechziger auf einem Bahnsteig auf seinen Zug wartete, sah er einen alten Schulkameraden mit einem Stapel Blues-Singles unterm Arm und verwickelte ihn in ein Gespräch. Wie Keith war auch der 1943 in Dartford geborene Michael Phillip Jagger ein riesiger Bluesfan und hatte nichts anderes im Kopf, als möglichst bald eine eigene Band zu gründen. Die Stones begannen zu rollen...
Die folgende Dekade stand ganz unter dem Stern der Rolling Stones, immerhin waren sie die einzige Band, die am unangefochtenen Ruhm der Beatles kratzen konnten und mit ihrem unverschnörkelten Geradeaus-Rock die Kids zur Ekstase trieben. Skandale, Drogenexzesse und der mysteriöse Tod des Stones-Gitarristen Brian Jones begleiteten die Band in ihren wilden Jahren, aber der Stern der Stones stieg: „Aftermath“ (1966), „Beggar’s Banquet“ (1968), „Let It Bleed“ (1969) und „Sticky Fingers“ (1971) wurden zu Klassikern, die Songs „Satisfaction“, „Sympathy For The Devil“ und „Angie“ sind Hymnen, die auch heute noch jeder kennt. Der Kern der Band aber bestand in Mick Jagger (Voc), Keith Richard (Git), Ron Wood (Git), Bill Wyman (Bass) und Charlie Watts (Drums), und ihre Musik überstand alle Moden und Stilschwankungen. Noch heute füllen die Stones gigantische Stadien und rocken Hunderttausende von Zuschauern wie in ihren frühen Tagen.
1985 startete Mick Jagger nach 20 Jahren Stones-Frontmann seine Solokarriere mit „She’s The Boss“, auf dem auch Herbie Hancock, Pete Townshend und Jeff Beck mitspielen. „She’s The Boss“ erreichte Platinstatus, nicht zuletzt, weil einige State-of-the-Art-Videos auf Dauerrotation in den TV-Musiksendern gingen. Als Mick dann sein zweites Solowerk „Primitive Cool“ (1987) fertig stellte, war es eindeutig, dass seine Soloprojekte nicht nur Ausflüge waren. Doch Mick haushaltete mit seinen Kräften, und so vergingen sechs Jahre, bis er 1993 „Wandering Spirit“ präsentierte, das von der Kritik bisher als bestes Jagger-Album gefeiert wird. 2001 legte er dann mit „Goddess In The Doorway“ nach.
Ein historisches Dokument wurde 1996 ans Tageslicht befördert. Aufgenommen im Dezember 1968 in London, hält „Rock’n’Roll Circus“ Highlights bereit, die bis dato nicht erhältlich waren. Brian Jones, The Who, Taj Mahal, John Lennon - sie alle waren dabei.
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